La Romieu - Weltkulturerbe

Region: Midi-Pyrenäen
Departement: Gers
Angeschlossen an : Condom
Potsleitzahl: 32 480
Einwohner: 539

Francescas - La Romieu: 25 km

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La Romieu

Die Ortschaft La Romieu von oben

Der Name des schönen Ortes La Romieu kommt von dem gascognischen Roumiou, das Pilger bedeutet. der deutsche Mönch Albert blieb auf seiner Pilgerreise von Rom kommend hier und gründete ein Stift, das bald der Abtei des Benediktinerordens St. Victor von Marseille geschenkt wurde. Die mächtige Stiftskirche, die in den Jahren 1313-1318 sehr rasch erbaut wurde und die mit ihrem Turm eher an eine Burg erinnert, verdankt La Romieu dem hier geborenen Kardinal Arnaud'Aux (1270-1321). Der Kirchenfürst sorgte nicht nur für das Wohlergehen der Kurie - er war Kämmerer unter Pabst Clemens V. - sondern auch für das Wohlergehen des Ortes.

Die Stiftskirche am Abend

Im 16. Jahrhundert litt La Romieu, wie auch andere Orte der Region, während der Religionskriege unter den truppen der Protestanten, die auch den Kreuzgang grösstenteils zerstörten. Die beachtliche und wehrhaft anmutende gotische Kirche wird von starken Türmen bewacht: im Norden sind zwei Türme und im Osten ein weiterer oktogonaler Turm errichtet worden. In ihm befinden sich drei Säle. Im ersten Stock war die Sakristei untergebracht, im zweiten der Kapitalsaal zu Versammlungszwecken und im dritten das Archiv. Wahrscheinlich waren alle drei Säle bemalt, aber nur in der Sakristei konnten die Malereien erhalten werden. Sie stammen aus dem 13. Jh. und zeigen Engel, welche von Musikern begleitet werden.

Der Kreuzweg

Der Kardinalsturm enthält ein architektonisches Kleinod: eine doppelte Treppe, wahrscheinlich gebaut, um die Flucht im Falle einer Invasion zu erleichtern. Diese ist offen für Besucher das ganz Jahr.
Die nahe gelegene Abtei von Flaran, ebenfalls eine bedeutende Etappe der Jakobspilger, beherbergt eine ständige Ausstellung über die Jakobswege.
Während der Hugenottenkriege wurde das Stift von Protestanten angegriffen und beschädigt. Zur Zeit der Französischen Revolution wurde es aufgelöst. Die Archive und der Lettner verbrannten, die Bewohner des Ortes übernahmen die Kirche als Pfarrkirche.
Noch heute führt der Pilgerweg nach St. Jacques de Compostelle hier vorbei und La Romieu est eine historische Station geworden.

 

Stiftskirche St. Pierre

Dass Katzen in diesem Ort eine wichtige Rolle spielen, hat folgenden Hintergrund: Einer örtlichen Sage zufolge war die geliebte Katze einer jungen Frau als einzige während eines Hungerwinters dem Kochtopf entkommen und hatte bald darauf die Bevölkerung von einer Mäuseplage befreit. Offenbar hat diese Geschichte die Fantasie eines heimischen Künstlers beflügelt, jedenfalls sieht man vielerorts, in Nischen, über Haustüren, auf Fenstersimsen, lebensgroße Terrakottakatzen, mit oder ohne Mäuse, in den anmutigsten Stellungen, sehr hübsch.

Die 4 Mousquetaires in Condom

Das Museum informiert über Herstellung und Verbreitung dieses gegenüber dem Cognac oft zu Unrecht unterschätzten Traubenbrandes.
In dem Armagnac-Museum wurden u.a. seltene Geräte zusammengetragen, die einst von den Winzern der Gegend verwendet wurden. Außerdem sieht man hier eine umfassende Auswahl von Böttchereigeräten und Flaschen, die von den gascognischen Edelmännern und Glasmachern hergestellt wurden, sowie verschiedene Destillationsapparate, von denen einer ein wahres Kunstwerk der Kupferschmiedekunst ist. Man beachte die Karte der Wasserwege, auf denen früher der Armagnac befördert wurde.
Ein weiteres Museum der Stadt, das "Musée du Préservatif", widmet sich der Geschichte des Kondoms, obwohl die Stadt eigentlich nichts mit seiner Entstehung zu tun hat.

Die Gärten von Coursiana

Die Gärten von Coursiana

In der Gascogne, auf einem der Jakobswege des Gers, erstrecken sich auf 6 ha die Gärten von Coursiana. Gegenüber liegt, gewissermaßen als lebensgroße Hintergrundillustration, die Stiftskirche von La Romieu.
Gilbert Cours-Dame, ein bekannter Botaniker, der 1995 den Olivier de Serres-Preis (die höchste Auszeichnung der französischen Landwirtschaftsakademie) bekam, hat die Gärten 1974 begründet. Als wunderschönes gewachsenes Ensemble liegen sie nun vor den Toren des pittoresken Dorfes La Romieu.
Die heutigen Besitzer des Anwesens, Véronique und Arnaud Delannoy, laden zu einer Entdeckungsreise ein durch:
- das Arboretum mit 700 seltenen Arten von Bäumen und Sträuchern der fünf Kontinente
- den englischen Garten, seine Blumenbeete mit berauschenden Düften
- den Garten der Heil -, Würz – und Duftkräuter
- den kleinen häuslichen Gemüsegarten
Für alle Liebhaber der Natur, neugierige oder passionierte Gärtner, sind die Gärten von Coursiana ein wahrer Hort des Friedens.

Die Gärten von Coursiana

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